Campingurlaub in Dänemark mit Kind und Großeltern

Dänemark. Das Land der breiten Sandstrände, der Steilküsten und der zahlreichen Inselchen. Zwei Wochen lang geht es in den Norden. Nach dem vielen Regen hier in Norddeutschland hoffen wir natürlich darauf, dass Dänemark sich von seiner schönsten Seite zeigt.

Die ersten Tage werden wir im Legoland Billund verbringen. Ich bin ja sehr gespannt darauf, wie es unserem Kind und uns dort gefällt. Ich war als kleines Kind schon mal in Billund im Legoland und fand es total spannend. Mir kam damals alles so echt vor…

Dann werden wir weiterreisen nach Aarhus. Die Stadt ist dieses Jahr die Kulturhauptstadt Europas geworden. Hier werden wir auch die Großeltern treffen. Kein Wunder, ist die Oma doch sehr Kultur interessiert.

Unser eigentliches Ziel ist Hirtshals. Kjul Camping. Hier habe ich als Kind bereits ein paar Mal Urlaub gemacht. Jetzt kann ich meinem Kind den Spielplatz mit dem Wackelberg zeigen, den ich so geliebt habe!

Ein Muss unserer Reise ist Tverstedt. Hier gibt es das leckerste beziehungsweise süßeste Eis auf der ganzen Welt Wo gibt es schließlich als Topping schon einen Schokokuss auf die Sahne drauf??

Natürlich müssen wir uns auch die größten Wanderdünen Europas Rubjerg Knude und Rabjerg Mile anschauen. Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr droht irgendwann ins Meer stürzen und von der St. Laurentius Kirche guckt nur noch der Kirchturm aus der Rabjerg Mile Düne.

Auch die Stelle bei Skagen wo sich Nord- und Ostsee treffen möchte ich mir mal wieder ansehen.

Und ganz viel Fahrrad fahren wollen wir in Dänemark. Schließlich kann man hier an breiten Sandstränden oder in der typischen Dünenlandschaft und fast ohne Berge Rad fahren. Quasi ein Traumland für uns Radfahrbegeisterte.

 

Tag 1

Dänemark wir kommen!

Um 10.20 Uhr sind wir unterwegs. Wir haben uns heute morgen extra den Wecker gestellt damit wir gegen 10 Uhr loskommen. Der Plan ist aufgegangen…

Wir sind gerade auf der Autobahn, da stehen wir auch schon im Stau. Ich tippe auf einen Unfall, da der Stau weder im Navi noch im Radio angesagt wird. Wir beobachten wie viele Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Strecke ist hier dreispurig. Kurz darauf kommt die Polizei zügig an uns vorbei gefahren. Und dann sehen wir auch schon die Unfallstelle, immerhin scheint es keine Verletzten zu geben.

Ohne Probleme kommen wir durch Hamburg und den Elbtunnel. Trotz Fahrbahnverengungen läuft es flüssig weiter.

Kurz vor Neumünster machen wir Mittagspause. Hier treffen wir auf die Stauberater vom ADAC. Ich will wissen was so deren Aufgabe ist, ob die bei längeren Staus Getränke verteilen et cetera. Aber die beiden sind so schlagfertig, dass ich zur Antwort bekam, sie suchen uns den schönsten und längsten Stau heraus! 🙂 Sehr sympathisch die beiden. Solche Antworten liebe ich. Wir haben dann auch ohne Stau Getränke bekommen und hilfreiches Material fürs campen in Dänemark. Unsere Tochter bekommt dann noch einen Teddy, Malstifte und Malbuch geschenkt. Top!

Von unseren Familien wurde uns empfohlen in Handewitt, die letzte Abfahrt vor der dänischen Grenze, den Skandinavien Park, ein riesiges Einkaufszentrum, anzuschauen. Aber heute wollen wir bis spätestens 18 Uhr in Billund sein. Vielleicht schauen wir auf dem Rückweg mal vorbei.

Den nächsten Stau haben wir an der Grenze, da hier kontrolliert wird. Wir dürfen durch fahren.

Hallo Dänemark! Andersfarbige Schilder, anderer Fahrbahnbelag und-begrenzung und die Landschaft wird hügeliger. Zack ist man in einem anderen Land.

Kurz nach 18 Uhr kommen wir am Legoland Holiday Village an. An der Rezeption muss ich erstmal eine Nummer ziehen. Es ist viel los. In der Anmeldung stehen die ersten Legofiguren und auf dem Platz gibt es auch immer wieder kleine Legodetails.

Mit der kleinen Maus mache ich erstmal einen der vielen Spielplätze unsicher. Hier kann sie einen meterlangen Balancierpfad ausprobieren und freut sich wie ein Schneekönig, da sie es liebt zu balancieren.

Morgen geht es ins Legoland. Mal schauen was es da alles zu balancieren und entdecken gibt.

 

Tag 2

Legoland Billund

Die Nacht war ruhig. Bis auf ein paar startende Flugzeuge vom nahe gelegenen Flughafen hört man hier nicht viel.

Ausgeruht gehen wir ins Legoland. Kurz nach der Öffnungszeit sind wir da und es ist schon sehr voll. Als erstes besteigen wir den Legotop Turm und verschaffen uns einen Überblick über das Gelände. Der Park sieht von oben sehr übersichtlich und klein aus, aber beim Erkunden stellen wir fest, dass das Legoland doch größer ist als gedacht.

An das Miniaturland und die Verkehrsschule kann ich mich noch von früher, als ich selber Kind war, erinnern. Hatte das Miniland damals auch schon so eine große Fläche und gab es die Tankstelle mit Waschstraße bei der Verkehrsschule auch schon? Den ‚Führerschein‘ können hier Kinder zwischen 7 und 13 Jahren erwerben. Wir sind demnach zu alt und unser Kind noch zu jung.

Also machen wir eine Piratenbootstour vorbei an Haien und durch eine Piratenhöhle hindurch.

Danach tobt sich unser Kind im Duploland an den vielen Rutschen und Wackeltieren aus.

Wir schauen uns an der Miniburg eine Actionshow an, bevor wir im Polar Pizza & Pasta so viel essen wie wir können. Hätten die gewusst wieviel unser Kind essen kann, hätten Kinder ab 2 Jahren bereits den halben Preis zahlen müssen… So haben wir Glück und unsere Kleine is(s)t frei. Zum Nachtisch gibt es Eis mit Toffeesoße. Himmlisch lecker! Könnte ich mich glatt reinlegen!

Wir fahren mit dem Piratenkarussell. Der Papa will einen Film machen, übersieht aber den Hinweis, dass filmen verboten ist. Die Aufpasserin fuchtelt wie wild herum und gibt uns während der rasanten Fahrt Handzeichen und ruft uns was zu, aber bis ich verstanden habe was sie will hat sie schon fast die Fahrt gestoppt. Dann endlich verstehe ich was sie will und der Papa stellt das filmen ein. Durch das erneute auslösen der Fahrt dauert unsere Runde fast doppelt so lange… Uns gefällts! J

Im Anschluss will unser Kind noch ALLEINE mit dem Wave Breaker fahren und ist ganz enttäuscht als wir auch einsteigen. Der Aufpasser bringt sie aber ganz schnell wieder zum Lächeln.

Dann fahren wir mit einem U-Boot die versunkene Stadt Atlantis besuchen. Die Aquarien die wir hier antreffen sind sehr schön gestaltet.

Monorail, Legozug und Duplo-Flugzeuge nehmen wir auch noch mit, bevor die Fahrgeschäfte um 18 Uhr schließen. Dann ist shoppen im Legoshop angesagt.

Da die Kleine keinen Mittagsschlaf hatte, wird sie langsam ungemütlich und wir laufen zurück zum Campingplatz.

Fazit: Wir sind positiv überrascht, dass es so vieles gibt, was man mit kleinen Kindern alles machen kann. Der Eintrittspreis von umgerechnet etwa 50 Euro pro Person (Kinder bis 2 Jahre sind frei) kam mir anfangs extrem teuer vor, aber da hatte ich auch noch nicht erwartet, dass unsere Maus so vieles machen kann, will und (in Begleitung der Eltern) auch darf.

 

Tag 3

Den Gamle By

Wir verlassen Billund und stehen direkt an der Campingplatzausfahrt im Stau… Am Kreisverkehr zu den Parkplätzen des Lalandia Aquadome und zum Campingplatz staut es sich. Die Fahrzeuge hinter uns, die wie wir den Platz verlassen wollen, werden ungeduldig und fahren entgegengesetzt durch den Kreisel zur Ausfahrt. Nach kurzer Wartezeit können wir dann aber auch endlich losfahren.

Unterwegs fragen wir uns, wie schnell wir eigentlich mit unserem Wohnwagen in Dänemark fahren dürfen? Unser Navigationsgerät sagt auf der Landstraße sind 70 kmh und auf der Autobahn 80 kmh erlaubt. Wir haben aber die 100er Zulassung. Dürfen wir jetzt schneller fahren? Auf der Internetseite www.westjuetland.info steht sehr schön beschrieben was erlaubt ist. Demnach bräuchten wir die dänische 100er Zulassung um schneller fahren zu dürfen.

Am Aarhus Camping treffen wir auf meine Eltern. Obwohl wir nur anderthalb Stunden Fahrt hatten sind die beiden knapp vor uns da… (Sind gestern Nachmittag schon losgefahren und haben bei Flensburg übernachtet.)

Wir suchen uns Plätze am Spielplatz, der auch gleich von unserer Tochter in Beschlag genommen wird.

Mit den Rädern fahren wir nach Aarhus. Halleluja, es geht die ganze Zeit bergab! Wer soll das nachher bloß wieder alles hochstrampeln? Eigentlich hatte ich Dänemark flach in Erinnerung…

Wir besuchen Den Gamle By, ein lebendiges Museum. In drei Bereichen wird hier das Leben von 1864, 1927 und 1974 dargestellt. Sogar mit einer Pferdekutsche kann man das Museum erkunden. Das Wetter ist heute ziemlich unbeständig und immer wenn es anfängt zu regnen verziehen wir uns in eines der Häuser. In der Konditorei und Café Bonnich von 1974 bleiben wir länger und genießen Kaffee und Kuchen.

Auf dem Rückweg, den ganzen elendig langen Berg hoch, sammeln wir meine Eltern wieder ein. Wir hatten uns getrennt, da die zwei Den Gamle By schon kennen. Einen kleinen Vorteil haben unsere eBikes ja schon, aber der Fahrradanhänger mit der Kleinen drin ist ganz schön schwer und lässt einen trotz Motors schwitzen.

Vielleicht sollte ich mich im Pool abkühlen, den es hier am Campingplatz gibt…

 

Tag 4

Silkeborg

Nach dem Frühstück stecken wir die Großeltern ins Auto und fahren ins etwa 40 Kilometer entfernte Silkeborg. Heute wollen wir mit der Hjejlen, dem kohlebetriebenen Raddampfer von 1861, nach Himmelbjerget fahren. Da wir aber den 11 Uhr Dampfer nicht mehr erreichen (sind zu spät losgefahren) gehen wir bis zur nächsten Abfahrt in die nahegelegene Innenstadt. Der große, saubere Marktplatz beeindruckt uns.

Eigentlich wollen wir entweder auf dem Boot oder in Himmelbjerget essen, aber wir laufen an einem Hotdogstand vorbei und ich kann nicht widerstehen…

Es stellt sich heraus, dass das eine gute Idee war, denn es gibt auf dem Schiff nur Getränke. Somit ist der kleine Hunger nach dem Frühstück bis zum richtigen Essen (immerhin fahren wir über eine Stunde) erstmal gebändigt.

Die Silkeborg-Seen, die ineinander übergehen, wirken an vielen Stellen wie ein Fluss. Immer wieder passieren wir Häuser mit eigenem Bootsanleger. Hier ließe es sich gut rentnern… Schöner Blick aufs Wasser, ab und zu eine kleine Spritztour mit dem eigenen Bötchen. Klingt verlockend!

Wir kommen an vielen Kanuten und Paddlern vorbei. Das finde ich ja auch sehr spannend. Auf dem Wasserweg unterwegs sein und abends sein Zelt aufschlagen und am nächsten Tag geht es weiter. Allerdings mag ich nicht so gerne im Zelt schlafen…

In Himmelbjerget angekommen haben wir anderthalb Stunden Zeit bevor das letzte Schiff zurück nach Silkeborg fährt. Wir entscheiden uns fürs Essen und gegen die Bergbesteigung. Obwohl man von dem 147 Meter hohen Hügel mit Aussichtsturm einen tollen Blick über den Julsee bis Silkeborg haben soll.

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz kaufen wir noch gesalzene Butter. Lurpak saltet. Ich habe diese Butter schon als Kind geliebt, weil die so lecker nach Salz schmeckt!

 

Tag 5

Kjul Camping oder Die Suche nach Strom

Wir fahren weiter nach Hirtshals. Auf dem Weg dorthin machen wir noch Halt in Hadsten beim Modelbane Europa. Eine Modellbahnausstellung mit 85 Zügen und einer kleinen Kinderecke.

Hinter Aalborg machen wir Rast und lassen uns von Oma bekochen. Da das Wetter sonnig und warm ist setzen wir uns draußen an einen Tisch in einer hübschen Nische. Oma bringt eine Tischdecke mit… Deutsche Tischkultur!

Als wir an unserem Reiseziel, Kjul Camping bei Hirtshals, ankommen, schläft unser Kind. Mit vollem Bauch schläft es sich auch besser und wir können in Ruhe den Wohnwagen aufbauen. Wir haben einen Platz mit Blick auf die Nordsee. Der Campingplatz hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert. Und wenn man sich so die Kennzeichen anschaut sieht man fast nur deutsche. Meine Eltern treffen auch direkt alte Bekannte wieder.

Die Suche nach dem Strom gestaltet sich ein wenig abenteuerlich. Nachdem ich zweimal den Stellplatz umrundet habe, nebst den Nebenplätzen, versuchen auch die Nachbarn hilfreiche Tipps zu geben und zu helfen. Ich versuche es an der Rezeption und erhalte eine dreifach Steckdose mit den Worten: „Probieren Sie es hiermit bei den Nachbarn oder bei den Dauercampern hinter Ihnen. Da müsste noch eine Steckdose frei sein.“  Also krabbel ich durch die Hecke, wo schon ein Trampelpfad von anderen Campern entstanden ist und entdecke, mit Plastiktüten abgedeckt und mit einem Spanngurt gesichert, einen Pfahl mit Steckdosen. Eine davon ist tatsächlich frei! Und sie funktioniert!

Nachdem wir das Vorzelt aufgebaut haben, wird erstmal der Spielplatz mit seinem Hüpfkissen von unserer Tochter und mir in Beschlag genommen.

Abends machen wir noch eine kurze Spritztour an die Nordsee. Hier ist es sehr windig und die Temperatur des Meeres ist sehr erfrischend. Das hält unsere Tochter aber nicht davon ab drin rum zu hüpfen und zu planschen.

 

Tag 6

Hirtshals und Uggerby

Wir drehen morgens eine Runde über den Campingplatz und schauen was sich in den letzten 20 Jahren so verändert hat. Die Tannen sind um einiges gewachsen. Zum Teil wurden sie radikal abgeholzt beziehungsweise nur der untere Teil weggesägt. Die einen Plätze sind jetzt ziemlich ungeschützt, die anderen dafür dunkel. Dadurch, dass der Platz leicht abschüssig ist und es in den letzten Wochen ziemlich viel Regen gab, ist der untere Bereich des Campingplatzes ziemlich matschig und feucht. Am oberen Bereich und am Hauptweg sind die Plätze schön trocken und abends zudem wärmer als die unteren. Einige Stellplätze waren früher so klein, dass sie jetzt vergrößert wurden. Dadurch gibt es zwar weniger Plätze, aber insgesamt ist der Campingplatz immer noch sehr groß!

Nach unserer Runde über den Platz fahren wir mit den Fahrrädern ins 5 Kilometer entfernte Hirtshals und können aus nächster Nähe beobachten, wie die Color Line anlegt und dann die Autos, LKWs, Wohnwagengespanne und Wohnmobile aus dem Bauch des Schiffes geschlängelt kommen.

Als alle Fahrzeuge ausgespuckt sind schauen wir uns die hübsche und übersichtliche Innenstadt sowie den anderen Campingplatz von Hirtshals an. Dieser liegt unterhalb des Leuchtturms und fast direkt am Meer. Dadurch pfeift der Wind hier auch gehörig!

Nachdem wir uns den Leuchtturm aus der Nähe angeschaut haben essen wir am Hafen beim Fiskehus leckeren Fisch zu Mittag. Während wir auf unser Essen warten (es dauert ziemlich lange) überrascht uns ein kurzer heftiger Regenschauer. Zum Glück halten die Sonnenschirme den meisten Regen ab.

Zurück am Campingplatz wollen wir die Großeltern einsammeln und nach Tverstedt radeln, aber erstmal gibt es Kaffee und Kekse und danach ist der Tag zu kurz. Also überlegen wir morgen nach Tverstadt und heute am Strand entlang bis nach Uggerby zu fahren und durch den Wald zurück.

Auf dem festen Sand flitzt sogar unsere Kleine begeistert mit ihrem Laufrad entlang. In Uggerby schauen wir uns die Stelle an, an der 1983 ein Schiffswrack angeschwemmt und ausgestellt wurde. Allerdings wurde das Wrack 2010 nach Kristiansand ausgeliehen…

Also machen wir uns durch den unberührten Wald zurück auf den Weg zum Campingplatz. Unterwegs schauen wir uns eine Übernachtungshütte an und sind ganz angetan von dem Holzspalter.

Es kommen tatsächlich zwei junge Leute, die die Nacht dort verbringen wollen. Wäre mir ja zu einsam und zu unheimlich…

 

Tag 7

Palmenstrand Frederikshavn

Wir haben unseren Plan von gestern verworfen und fahren anstatt nach Tverstedt Eis essen nach Frederikshavn zum Palmenstrand. Das Wetter ist einfach perfekt für einen Strandtag. Kaum Wolken, viel Sonne und 22 Grad. Auf dem Weg dorthin fällt uns allerdings ein, dass wir den Sonnenhut von der Kleinen vergessen haben. Wir brauchen unbedingt eine Liste die wir abhaken können, damit wir in Zukunft nicht immer was vergessen! Es geht dann aber auch mit Papas Käppi. Da das Kind im wahrsten Sinne des Wortes einen Dickschädel besitzt, passt das.

Die dänische Südsee ist ganz nett hergerichtet, mit weißem, muschelhaltigem Sandstrand und sogar Livredder (Lebensretter) sind vor Ort. Nur die Beachbar, hinter den Dünen ist uns zu weit weg… Das Meer ist weitläufig und flach und hat heute 16 Grad. Dafür, dass der Strandabschnitt mit Liegen kostenlos ist, ist echt wenig los.

Wir organisieren uns zwei Liegen und stellen unseren mitgebrachten Sonnenschirm auf, da die Palmen etwas dünn besiedelt sind. Dann beobachten wir die Kleine wie sie im flachen Wasser ihre Gießkannen füllt, essen mitgebrachte Melone und relaxen ein wenig.

Zum Mittagessen fahren wir nach Frederikshavn zum Restaurant Nerd. Hier gibt es Burger mit Brandzeichen und die Pommes sehen aus wie riesige Chips. Der Ausblick auf den Hafen schlägt sich auf den Preis nieder…

Für den Nachtisch fahren wir weiter in die Innenstadt von Frederikshavn. Hier gibt es endlich das lang ersehnte Softeis. Die Fußgängerzone ist hell und modern gestaltet. Hier hätten wir auch super essen können.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz schläft unsere Tochter sofort ein. So ein entspannter, ’nichts Tun‘ Tag kann aber auch ganz schön schlauchen!

 

Tag 8

Tverstedt

Camping entschleunigt! Wir schlafen morgens aus, frühstücken in aller Ruhe und wenn wir alles gepackt haben dann fahren wir ohne Zeitdruck los. Normalerweise hat man immer irgendwelche Termine zu denen man irgendwann, irgendwo sein soll. Sogar im Hotelurlaub hat man gewisse Zeiten zu denen man beim Frühstück, Mittag oder Abendessen sein soll. Zwischendurch hat man noch einen Ausflug gebucht, wo der Bus einen dann zu einer bestimmten Uhrzeit abholt… Aber beim campen hat man meistens keine Uhrzeiten an die man sich halten muss und das macht den Urlaub dann so entspannt.

Deswegen fahren wir heute erst zur Mittagszeit nach Tverstedt um endlich das größte und süßeste Eis zu probieren, dass ich kenne!

Aber erstmal machen wir an der Uggerby Å Halt um über die Dünen zu kraxeln und den Ausblick zu bestaunen, wo der Fluss ins Meer mündet. Manchmal kann man hier Paddler beobachten, die die etwa 4 Kilometer von Uggerby bis zur Flussmündung paddeln. Heute sind leider keine Paddler unterwegs.

Und dann schauen wir uns noch die Tverstedt Søerne an. Eigentlich sind hier mehrere Süßwasserseen mit vielen Seerosen, aber nur einer ist noch als See erkennbar. Die anderen sind zugewuchert mit Wasserlilien und Schilf. In der Nähe befindet sich ein sehr schöner Waldspielplatz. Übrigens: mit Spielplätzen haben es die Dänen nicht so. Das ist jetzt erst der zweite öffentliche Spielplatz der uns hier über den Weg läuft…

Tverstedt wirkt sehr einladend mit seinen hellen Häusern. Überhaupt sind die dänischen Dörfer sehr ansprechend mit ihren kleinen Einfamilienhäusern.

Wir essen im Café Fisk zu Mittag. Hier gibt es neben einem Fischverkauf auch ein kleines, hübsches Restaurant und sehr leckeren Fisch. Absolut empfehlenswert! Sogar unsere Kleine isst ihren riesigen Kinderteller leer.

Und dann fahren wir endlich zum Strand hinunter wo das Det Blå Ishus steht und wo es neben Softeis und Kaffee eben auch das Tverstedt Super Special Eis gibt: 5 kugler med Guf, Flødebolle und Drys (5 Kugeln Eis mit Guf, das i-Tüpfelchen auf dem Eis schmeckt nach dem Inhalt eines Schaumkusses, Schaumkuss und Streusel). Groß, lecker, süß!

Am Strand beobachten wir wie sich ein Auto im weichen Sand festfährt und dann herausziehen lassen muss, während unser Kind fleißig Steine sammelt und das Eis langsam anfängt zu tropfen, da sich die Waffel allmählich in seine Bestandteile auflöst.

Auf dem Rückweg fahren wir durch den Wald und entdecken ein Vogelhäuschen, welches sich bei näherer Betrachtung eher als ein Schmetterlingshaus herausstellt, da dort viele Falter zu sehen sind.

Unser Kind interessiert sich nicht die Bohne für Schmetterlinge, sie ist in ihrem Fahrradanhänger eingeschlafen…

 

Tag 9

Nordsee Ozeanarium

Fische, überall Fische! Große, kleine, dicke, dünne, flache… Alle Sorten, die es in der Nordsee eben gibt.

Wir sind in Hirtshals im Nordsøen Oceanarium. Nordeuropas größtes Aquarium. Da es regnet hat sich der Besuch hier regelrecht aufgedrängt. Sobald man das Gebäude betritt, befindet man sich direkt unter der Wasseroberfläche. An der Decke ist ein Schiffsrumpf aufgehängt, unter dem man hindurchgehen kann und das Licht ist gedämpft. Das verstärkt den Eindruck einer Unterwasserwelt.

Wir kommen gerade zur Robbenfütterung an und flitzen direkt wieder nach draußen zum Robbenbecken. Auf dänisch und deutsch wird hier einiges zu den Nordseerobben erklärt. In der Nähe ist ein schöner Spielplatz mit einem Holzpottwal den die Kinder bespielen und runterrutschen können.

Nebenan ist die ‚Walforscherhütte‘. Hier sind Skelette von unterschiedlichen Walen ausgestellt. Das beeindruckendste Walskelett ist das vom 17,4 Meter langen Finnwal. Der wurde im Februar 2016 am Strand von Blokhus gefunden.

Weiter geht’s zur Kuttersimulation mit Sturm und hohem Wellengang inklusive Wasserbesprühung. Ein Spaß für Groß und Klein.

Unter dem Robbenbecken ist ein Tunnel durch den wir wieder ins Hauptgebäude gelangen und nebenbei Interessantes über Robben erfahren.

Das größte Aquarium ist mit 4,5 Millionen Litern Wasser gefüllt und hat neben einigen Haien, Seesternen und Heringen auch einen Mondfisch. Ein merkwürdig aussehender Fisch, von dem ich vorher noch nie etwas gehört habe, der bis zu drei Meter groß werden kann.

Zweimal am Tag springt ein Taucher in das Becken um die Fische zu füttern. Für die Haie muss er extra einen Kettenhandschuh tragen. Er hat eine Kamera, so dass man hautnah über die Monitore dabei sein kann.

Ein interessanter Tag mit vielen Informationen über das Leben in der Nordsee.

Ein Besuch im Nordsøen Oceanarium ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hier ist für alle Altersklassen etwas dabei.

 

Tag 10

Aalborg Zoo

Nachdem sich gestern Abend noch die Sonne gezeigt hat, konnten wir nachts Sternschnuppen beobachten. Die Nacht vom 12. auf den 13. August war dieses Jahr die Nacht mit der höchsten Wahrscheinlichkeit Sternschnuppen sehen zu können. Ein paar haben wir tatsächlich gesehen. Viele kleine Kurze und eine große Lange.

Mein Wunsch war es in den Aalborger Zoo zu gehen und das machen wir heute. 🙂

Hinter der psychiatrischen Klinik, mitten in Aalborg befindet sich der Zoo. Die Parkplatzsuche ist ein wenig unübersichtlich, da man auf einigen Plätzen nur 5 Stunden parken darf. Wir müssen ein wenig laufen, aber dafür haben wir einen schönen Schattenplatz ergattert.

Das erste was uns ins Auge fällt als wir den Zoo betreten ist der kleine Zug, der alle halbe Stunde durch das gesamte Areal fährt. Leider sind sämtliche Informationen nur in dänisch und englisch.

An den Lemuren vorbei gelangen wir zu den Braunbären, die entweder Hunger haben oder sich freuen uns zu sehen, da sie ganz dicht an den Zaun heran kommen.

Weiter geht es zu der Eisbärenmama mit ihren beiden süßen Kleinen. Die zwei waren ganz verspielt und sind eine ganze Zeit lang an den Fensterscheiben vorbeigeschwommen. (Leider ist das Bild durch die Glasscheibe unscharf geworden.)

An den Tigern und Elefanten vorbei kommen wir zu den Giraffen, die uns von oben herab betrachten…

Bei den Orang Utans ist Kuschelzeit. Unsere Tochter will lieber toben, deshalb steuern wir den großen Spielplatz an.

Nachdem wir sie dort wieder loseisen können schauen wir uns in der Tropenanlage das Zwergflusspferdbaby an.

Die Seelöwenfütterung schenken wir uns heute, da wir die gestern im Nordsee Ozeanarium schon gesehen hatten.

Ein schöner gepflegter Tierpark mit über 100 Tierarten und vielen Flächen zum Verweilen. Die Verpflegungsmöglichkeiten sind im Aalborger Zoo vielfältig. Von Snacks über selber grillen mit mitgebrachtem Grillgut bis hin zu Fastfoodlokalen ist hier für jeden Geschmack etwas dabei.

Apropos grillen: wir grillen jetzt erstmal! Allerdings keine exotischen Tiere.

 

Tag 11

Rubjerg Knude und der Strafzettel

Unsere Tochter ist heute morgen beim Frühstück ganz verkuschelt und hat kaum Hunger. Vielleicht hat sie gestern beim Grillen zu viel Wurst gegessen. Sie hat aber auch kein Ende gefunden!

Heute fahren wir zur Rubjerg Knude. Eine der größten Wanderdünen Europas ist schon von weitem sichtbar. Der Leuchtturm der sich hier befindet, wurde 2016 der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht.

Auf dem Weg dorthin fahren wir durch Lønstrup. Ein kleiner hübscher Ort mit vielen Touristen. Und die strömen heute anscheinend alle zum Leuchtturm. Es wurde extra ein Parkplatz geschaffen für die vielen Besucher. Dadurch ist der Weg zur Düne auch weiter geworden. Vor 20 Jahren waren es erheblich weniger Menschen die sich die Wanderdüne und den Leuchtturm angeschaut haben.

Wir schieben die erste Strecke die Kleine im Buggy bis es zu sandig wird. Dann lassen wir ihn zusammen mit den Schuhen am Wegrand stehen. Und los geht’s in den riesigen Sandkasten!

Am Steilhang haben die großen und ganz großen Kinder (Erwachsenen) Spaß beim über den Rand springen und den Sand runterkullern. Unsere Maus malt Kreise in den Sand und läuft die Düne hoch und runter. Sogar den Steilhang traut sie sich vorsichtig runter. Und die ganze Zeit läuft sie selber und will nicht auf den Arm… Der Opa hat genau das vorhergesagt!

Da wir keine Schuhe dabei haben besteigen wir den Leuchtturm lieber nicht. Die Stufen dürften arg kalt sein!

Im Anschluss fahren wir nach Hjørring ins Parkhaus des Metropol Shoppingcenter. Das Einkaufszentrum ist sehr übersichtlich mit seinen wenigen Cafés die uns fürs Mittagessen allerdings nicht zusagen. Also gehen wir in die Innenstadt, die gleich um die Ecke ist. Hier gibt es auch keine Restaurants die uns zusagen. Heute sind wir aber auch sehr wählerisch!

Letztendlich essen wir im Pizza Express, ein Lieferservice mit kleiner Sitzecke. Sogar eine extra Kinderportion machen die uns und das Essen schmeckt uns sehr gut!

Zurück im Parkhaus haben wir einen Strafzettel an der Windschutzscheibe kleben. Wir haben vergessen unsere Parkscheibe anzubringen. Man konnte drei Stunden kostenfrei parken. Mit Parkscheibe! Da das aber nirgends explizit stand sind wir einfach losgezogen. Tja, ohne Parkscheibe kostet uns das Shoppingcenter jetzt umgerechnet 87 Euro!

Merke: 3 timer = Parkscheibe! Und dann die Zeit nicht wie in Deutschland vordrehen, sondern zurück! Die deutschen Parkscheiben werden geduldet, weil die dänischen sogar in viertel Stunden eingeteilt sind!

 

Tag 12

Eddy Eule und Hirtshals

Gestern Abend war es unheimlich windstill! So still, dass man die Brandung nicht hört. Eigentlich ein ständiger Begleiter am Meer… Dafür hört man vereinzelt Autos die am Campingplatz vorbei fahren, die Reißverschlüsse der Zelte und das Türengeklapper der Wohnmobile. Normalerweise übertönt der Wind diese Geräusche. Wir müssen uns fast flüsternd unterhalten, da die Nachbarn sonst jedes Wort hören und verstehen. Es ist ziemlich unheimlich…

Heute morgen ist es wieder ein wenig windiger. Genau richtig um endlich mal den Drachen unserer Tochter steigen zu lassen. Den haben wir vor zwei Jahren auf Rømø gekauft und nie ausgepackt…

Wir gehen durch die Dünen den etwa 400 Meter langen schmalen Trampelpfad. Früher sind wir hier ständig lang gelaufen, wenn wir zum Wasser wollten. Ich wusste gar nicht mehr, dass es auf dem Weg ein Schafsgitter gibt und die alte ‚Brücke‘ (ein schmaler Steg ohne Geländer) wurde entfernt und dafür der Weg aufgeschüttet.

Am Strand ist es sehr windig. Ein paar Wohnmobile stehen windgeschützt in der Nähe der Dünen. Die Wassertemperatur ist unverändert erfrischend… Nach anfänglichen Schwierigkeiten die Schnur korrekt am Drachen zu befestigen, ist unsere Kleine ganz stolz, als sie auch mal ihren Drachen, der heißt übrigens Eddy Eule, halten darf.

Wir gehen ein bisschen mit Eddy Eule am Strand spazieren bevor wir uns zu Mittag von Oma zum Spaghetti essen einladen lassen. Während des Essens fängt es an zu regnen. Jeder schnappt sich ein Teil und wir ziehen ins kleine Vorzelt meiner Eltern um. Es ist eng aber gemütlich und schmecken tut es sowieso!

Nachmittags fahren wir mit dem Auto nach Hirtshals. Wir müssen noch ein paar Dinge einkaufen. Bei einem Bummeln durch die Innenstadt gönnen wir uns ein Eis. Fürs Abendessen kaufen wir uns frischen Fisch und gerade als wir wieder im Auto sitzen fängt es wieder an zu regnen.

Hoffentlich ist morgen wieder ein trockener Tag. Wir wollen nach Skagen zu der Stelle wo Nord- und Ostsee aufeinander treffen.

 

Tag 13

Skagen

Gestern Abend hat es lange und kräftig geregnet inklusive Gewitter über der Nordsee. Schön wenn man da ein Vorzelt hat, dass man bei Bedarf auch noch beheizen kann.

Da jetzt die Sonne wieder scheint, fahren wir mit dem Auto Richtung Skagen. Zur Versandeten Kirche. Von der Kirche steht nur noch der Kirchturm. Als Kind fand ich die Versandete Kirche beeindruckender. Damals stand der Turm noch im Sand. Jetzt ist hier drum herum ein Wald und auf dem Sand wurde Gras angepflanzt um ihm Einhalt zu gebieten und touristisch zu erschließen.

Viel interessanter ist heute der Spielplatz. Zumindest für unsere Tochter… 🙂

Wir fahren mit den Fahrrädern weiter. Die hatten wir huckepack auf dem Fahrradträger, der auch noch irgendwo seinen Platz im Wohnwagen gefunden hat. Wir wollen nach Grenen. Zu der Stelle, wo sich Nord- und Ostsee treffen. An Skagens ‚Fressmeile‘ am Hafen machen wir Rast und essen zu Mittag. Da wir hier direkt am Hafen sitzen, bietet es sich gerade zu an Fisch zu essen.

Weiter geht es mitten durch Skagen. Typisch für den nördlichsten Ort Dänemarks sind die gelb gestrichenen Häuser mit ihren roten Dächern, die ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlen.

In Grenen angekommen laufen wir mit einer Horde Touristen an der Ostsee entlang. Vorbei an alten Bunkern. Jemand hat lustigerweise ‚Zimmer Frei‘ auf einen drauf geschrieben… Anderthalb Kilometer beträgt die Strecke wo die Ostsee auf die Nordsee trifft. Das sieht dann aus wie ein Schwarm Fische bei der Fütterung. Ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Unser Kind läuft die gesamte Strecke. Mal bei Oma an der Hand, mal bei Opa auf den Füßen. Zwischendurch malt sie Kreise in den Sand. Und Eichhörnchen. Und Igel. Mit ganz viel Fantasie kann man es erkennen. 🙂

Zurück fahren wir mit dem Sandormen. Dem Sandwurm. Ein überdachter Wagen der von einem Traktor gezogen wird. Sieht ungemütlich aus, ist es aber gar nicht. Der Wagen ist sehr weich gefedert. 50 Kronen (ungefähr 7 Euro) kostet der Spaß für uns drei an der Nordsee entlang und durch die Dünen zurück. Am Parkplatz werden wir von Oma und Opa in Empfang genommen. Die sind die Strecke lieber wieder zu Fuß gelaufen.

Nach einem Eis machen wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz der Versandeten Kirche. Wie schön, dass man hier kostenlos und dauerhaft parken kann…

Da die Sonne scheint und es unser letzter Abend in Hirtshals ist, grillen wir. Morgen ziehen wir weiter Richtung Blavand. Vielleicht haben wir heute Abend noch Glück und können wieder Sternschnuppen sehen.

 

Tag 14

Vejers Strand Camping

Gestern Nacht habe ich doch noch eine Sternschnuppe gesehen. Und mir was gewünscht. Muss man sich eigentlich was wünschen während man die Sternschnuppe sieht oder reicht es auch noch Millisekunden später? Vielleicht hab ich ja Glück und mein Wunsch erfüllt sich.

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir heute zum Vejers Strand Camping bei Blavand. Das Kind ist unausgeschlafen und quengelig. Gestern Abend ist es später geworden und heute morgen kam der Weckdienst zu früh… Jetzt jammert und nervt sie die ganze Zeit. Kann sie nicht einfach mal einschlafen während wir fahren?

An der nächstbesten Raststätte fahren wir raus, scheuchen das Kind auf den Spielplatz und bauen den Kindersitz bei Oma und Opa ein. Die Maus ist so müde, dass sie beim Toben hinfällt und sich das Knie aufschürft. Erstmal pusten, dem Kind Apfelschorle einflößen und weiter geht’s. Herrlich diese Ruhe… 🙂

Mittags halten wir an einem Rastplatz. Die sind überall in Dänemark sehr sauber. Auch die Toiletten. Fast wie in einem Hotel. Fast… Mutti kocht für uns Schinkennudeln. Unser Familienessen.

Gut gestärkt schmieden wir schon wieder Pläne für nächstes Jahr. Wir wollen mit Freunden nach Norwegen. Gemeinsame Freunde besuchen. Fahren wir mit Wohnwagen oder nehmen wir alle zusammen eine Ferienhütte? Bleiben wir länger oder reicht uns eine Woche?

Am Vejers Strand Camping können wir uns einen Stellplatz frei auswählen. Und mit frei meine ich frei. Wir können uns stellen, drehen und wenden wie wir wollen. Mitten in den Dünen. In unmittelbarer Nähe des Spielplatzes und des Waschhauses bauen wir unser Zuhause auf. Wenn man sich hier so umsieht, hört und sieht man nur Deutsche. Camping… Des Deutschen liebstes Hobby!

Unsere Tochter hat soeben den Preis des lautesten Kindes gewonnen. Da sie keinen Mittagsschlaf gemacht hat ist jetzt alles schrecklich. Das Brot, die Milch, die Zahnbürste, lieber Papa als Mama…

 

Tag 15

Blavand

Wir schlafen heute aus. Unsere Maus ist wieder bester Laune und so fahren wir mit den Fahrrädern nach Blavand. Am Tirpitz-Bunker stoppen wir kurz. Eine architektonische Attraktion, die drei Ausstellungen beherbergt und mit dem Geschützstand aus dem 2. Weltkrieg verbunden ist. 125 DKK (etwa 17 Euro) Eintritt ist uns das Spektakel dann aber doch nicht wert.

Wir fahren weiter nach Blavand. Die Innenstadt ist voller Menschen. Hauptsächlich Deutschen. In kleinen schicken Häusern sind Boutiquen und Shops untergebracht.  Wir essen im Blavand Fiske Restaurant. Das Essen ist mit Garnelen, Kaviar und einem kleinen Hummer garniert und schmeckt ziemlich gut! Normalerweise bin ich nicht der Essen-Fotografier-Typ, aber das musste sein!

Gut gestärkt fahren wir weiter zum Leuchtturm von Blavand. Die Gegend erinnert mehr an Sylt. Reetgedeckte Häuser stehen hier mitten in den Dünen. Die Dünen sind unter anderem mit blühender Heide bepflanzt. Das sieht sehr hübsch und romantisch aus.

Wir versuchen am Strand zurück zu fahren, aber der Sand ist hier nicht fest genug. Also nehmen wir fast dieselbe Strecke zurück.  Und werden unterwegs von einem dicken fetten Regenschauer erwischt. Triefend nass kommen wir wieder am Campingplatz an. Nur die Kleine ist in ihrem Anhänger trocken geblieben. Wir ziehen schnell trockene Klamotten an und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

 

Tag 16

Was für ein Sturm

Mitten in der Nacht fängt es an zu stürmen. Ich bin froh, dass wir kein Vorzelt aufgebaut haben. Der Wind rüttelt auch so kräftig am Wohnwagen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt allerdings, dass das Zelt meiner Eltern einknickt. Die beiden stehen bereits im Vorzelt und versuchen es zu stabilisieren. Die Befestigungsgurte und auch die Sturmbänder haben sich losgerissen. Also ziehen wir uns was über, schauen kurz nach dem Kind (die schläft tief und fest) und versuchen zu helfen.

Meine Eltern haben das gleiche Luftvorzelt wie wir, nur etwas kleiner. Das Gute daran ist, dass kein Gestänge kaputt gehen kann. Nur die beiden Andruckstangen und die Luftschläuche. Einer davon verlor bereits in Hirtshals Luft. Da man die Schläuche aber einzeln abriegeln kann bleibt der Schaden im Rahmen. Ist das ganze Zelt aber nicht genügend aufgepumpt knickt es ein. Es richtet sich dann aber auch von alleine wieder auf.

Es ist gewaltig was für ein Druck auf das Zelt ausgeübt wird. Während wir mit den Rücken an den Luftsäulen stehen, werden wir vom Wind immer wieder weg gedrückt. Also erstmal die Luftpumpe holen und straffer aufpumpen. Dann den Gummihammer holen und die Bänder nachstraffen. Und schon ist das Ganze stabiler und sollte die Nacht überstehen.

Nach einer Stunde liegen wir wieder im Bett. Auch der Sturm legt sich wieder schlafen. Am Morgen sind unsere Zeltnachbarn abgereist. Auch die hatten Probleme bei dem starken Wind. Bei Sturm im Zelt zu liegen stell ich mir ja gar nicht sehr spaßig vor. Es ist laut, es ist dunkel und es ist unheimlich.

Der komplette Platz ist leerer geworden. Könnte aber auch daran liegen, dass heute Samstag ist. Bettenwechsel in Dänemark. Oder dass für den Tag immer wieder Regenschauer angesagt sind und es immer noch sehr windig ist. Bei einem Wohnmobil wurde die komplette Markise zerfetzt.

Mutti hängt die nasse Wäsche von gestern auf die Leine und keine fünf Minuten später wieder ab. Wir holen die Stühle raus, sonnen uns kurz und bringen die Stühle wieder rein. Der nächste kräftige Regenschauer ist schon wieder in Sicht.

Und der hat es wieder in sich. Der Wind drückt frontal auf das Zelt und lässt es sich wieder durchbiegen. Immerhin halten diesmal die Gurte. Aber der Wind drückt den Regen von unten ins Vorzelt und durch die Reißverschlüsse. Während ich das Zelt stabilisiere bildet sich zu meinen Füßen eine Wasserlache. Das komplette Zelt steht unter Wasser. Auch die Wiese auf der wir campen sieht aus wie eine Sumpflandschaft. Und zack ist der Spuk wieder vorbei. Vorsichtshalber pumpen wir noch Luft nach…

Meine Eltern beschließen das Vorzelt abzubauen. Es hat einfach keinen Zweck, es ist zu windig! Die Sonne und der Wind haben es schnell trocknen lassen. Auch der Boden ist wieder trocken. Wir haben gerade das Zelt verstaut, da fängt es auch schon wieder an zu regnen.

Aber immerhin schaffen wir es dann doch noch an den Strand. Bei Windstärke 6 lassen wir uns das Salzwasser mal so richtig um die Ohren peitschen. Die Wellen toben wie verrückt und der Sand wird über den breiten Strand geblasen. Das lässt einige Leute aber nicht davon abhalten zu baden! Da die Sonne scheint ist es richtig schön hier.

 

Tag 17

Vejers

Die Nacht war schrecklich. Wir sind immer wieder vom Wind und vom Regen geweckt worden. Irgendwann haben wir noch die Kleine zu uns geholt. Die hat wie immer am Besten von uns allen geschlafen. Und ist dementsprechend übermütig… Beim Frühstück tobt sie wie wild herum anstatt normal und lieb wie sonst zu essen. Ich bin völlig genervt! Wenig Schlaf und ein Kind das auf meinen Nerven rumtrampelt ist keine gute Kombination.

Eigentlich wollen wir nach Blavand zum Schwimmbad, vergessen aber, dass die Schranke vom Campingplatz zur Mittagszeit geschlossen ist. Also lassen wir das Auto an der Schranke stehen und laufen durch die Dünen nach Vejers. Dort gibt es einen schönen Spielplatz. Wo wir die Kleine erstmal ihre überschüssige Energie austoben lassen.

Wir bummeln durch die Geschäfte und suchen ein Mitbringsel für die Oma Zuhause. Während wir im Urlaub sind passt sie auf, dass die Blumen nicht vertrocknen, der Briefkasten überquillt und dergleichen. Ein kleines Dankeschön ist da angebracht!

Ein Abstecher zum Strand ist dann auch noch drin. Mir gefällt es hier sehr gut! Kilometerweit nur Sand, Strand, Wasser und Dünen. Okay, andere Menschen gibt es hier auch noch, aber die verlaufen sich.

Das Einzige was mich stört ist der Wind! Mit Spitzengeschwindigkeiten um die 60 kmh knallt er heute am Strand entlang und über die Dünen. Ein Ende ist nicht in Sicht und die nächste Nacht naht… Es wird die letzte unseres Urlaubs sein. Morgen geht es wieder nach Hause. Ein bisschen freue ich mich auf zu Hause. Da ist es definitiv windstiller.

 

Tag 18

Heimreise

Die Nacht war wieder unruhig. Eigentlich sollte der Wind nachlassen, aber der hat sich einfach nicht dran gehalten. Und nass war es auch wieder. Zumindest außerhalb unserer vier Wände…

Pünktlich um 10 Uhr sind wir dennoch startklar. So auf die Minute genau sind wir noch nie losgekommen! Wir kommen gut durch. Kurz hinter der deutschen Grenze verabschieden wir uns von meinen Eltern. Wir wollen noch eine Rast machen und zu Mittag essen und meine Eltern lieber vor der Rushhour durch Hamburg sein.

Es war ein schöner Urlaub! Wir haben uns die meiste Zeit gut verstanden und vertragen. Kleine Reibereien gehören einfach dazu, wenn man sich länger auf der Pelle hockt. Zum Glück kann sich jeder in seinen eigenen Wohnwagen zurückziehen, wenn man mal etwas Abstand braucht. Und als Babysitter sind die Großeltern auch super. So hatten wir zwei immer mal etwas Zeit die Ruhe zu genießen.

Durch unsere Mittagspause gelangen wir in Hamburg voll in die Rushhour. Und Baustellen! Hamburg hat so endlos viele Baustellen! Wieso gibt es in Dänemark eigentlich so wenige davon? Weil die langsamer fahren? Oder insgesamt weniger Einwohner haben? Aber dafür haben die doch mehr Tourismus?!

Und dann staut es sich auch noch im Elbtunnel. Meine Horrorvorstellung: Unfall im Tunnel, es fängt an zu brennen, kein Entkommen… Ich glaube, ich gucke zuviel Fernsehen! Immerhin rollt der Verkehr noch und dann geht es zum Glück weiter. Kaum draußen stehen wir dann doch noch im Stau…

Pünktlich zum Abendessen sind wir zu Hause. Erstmal Pizza bestellen (ist eine Familientradition) und dann den Wohnwagen ausräumen. Unglaublich was da alles drin ist. Und was sich alles in einem Urlaub ansammelt…

Liebe Grüße

Inga

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